-ell


-ell
-ell Suffix (zur Bildung desubstantivischer Adjektive, z.B. konfessionell) erw. bildg. (-) Entlehnung. Es wurde in französischen Entlehnungen ins Deutsche übernommen; sein Ursprung ist l. -ālis. Deshalb konkurriert es mit Entlehnungen aus dem Lateinischen (oder Relatinisierungen) mit -al (emotional - emotionell). Nur in Bildungen mit französischer Grundlage; es kann aber sein, daß einige von ihnen nur im Deutschen gebildet sind (statt finanziell z.B. sagt man auf französisch financier - es gibt aber keine hybriden Formen). Bei der Analyse ergeben sich gelegentlich Suffixformen auf -uell (intellektuell, sexuell), doch beruhen diese auf Besonderheiten der gebenden Sprache und können nicht als produktive Suffixform aufgefaßt werden. französisch frz.
-al (Variante -ell) Suffix (zur Bildung von Adjektiven zum Ausdruck der Ähnlichkeit oder Zugehörigkeit) erw. bildg. (-) Beschreibung von Affixen. Z.B. (Ähnlichkeit) pastoral "wie ein Pastor", genial "wie ein Genie" oder (Zugehörigkeit), z.B. kolonial "zu den Kolonien gehörig, aus den Kolonien stammend". Das Suffix wird in lateinischen Wörtern ins Deutsche übernommen und geht auf funktional entsprechendes l. -ālis zurück. Aus Substantivierungen solcher lateinischer Adjektive stammen einige Fremdwörter im Deutschen, deren Wortausgang -al man synchronisch nicht als Suffix einordnen würde (z.B. General - l. generālis "allgemein", Moral - l. mōrālis "sittlich"). Das Suffix hat im Deutschen häufig die Form -alisch, das dann nachträglich verkürzt werden kann, vgl. auch -alistisch. Es wird in neoklassischen Bildungen in beträchtlichem Umfang gebraucht, eine Variante ist -ell (aus der französischen Folgeform der gleichen Grundlage). Bei Weiterbildungen tritt -al- für -ell ein (individuell - Individualität). Erweiterte Suffixe sind -ial (äquatorial) und -ual (prozentual).
Wortbildung 3 (1978), 37f., 264. lateinisch l.

Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache. 2013.